Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung: Was bedeutet das?

Viele Sterbegeldversicherungen werben mit dem Abschluss „ohne Gesundheitsprüfung". Das erleichtert den Zugang auch für Menschen mit Vorerkrankungen – im Gegenzug sichern sich Versicherer meist über eine Wartezeit von 12–36 Monaten und höhere Beiträge gegen das erhöhte Risiko ab.
Wie funktioniert der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung?
Statt ausführlicher Gesundheitsfragen verlangen viele Anbieter nur wenige oder gar keine Angaben zum Gesundheitszustand. Das vereinfacht und beschleunigt den Vertragsabschluss erheblich, besonders für ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen, die bei einer klassischen Risikoprüfung möglicherweise abgelehnt würden.
Drei Tarif-Varianten im Vergleich
- Volle Gesundheitsprüfung: 10–30 detaillierte Fragen, ggf. Arztbericht. Günstigste Beiträge, kurze oder keine Wartezeit, aber Ablehnungsrisiko.
- Vereinfachte Gesundheitsfragen: 3–8 Fragen (z. B. Krebs, Herzinfarkt, AIDS in letzten 5 Jahren). Mittlere Beiträge, Wartezeit typisch 12 Monate.
- Ohne Gesundheitsprüfung („Annahmegarantie"): Anhang/Verzicht. Höchste Beiträge, Wartezeit 24–36 Monate, garantierte Annahme.
Was bedeutet die Wartezeit konkret?
Als Ausgleich für den Verzicht auf die Gesundheitsprüfung gilt bei den meisten Policen eine Wartezeit von zwölf bis 36 Monaten. Verstirbt die versicherte Person innerhalb dieser Zeit an einer natürlichen Ursache, zahlt die Versicherung häufig nicht die volle Versicherungssumme, sondern erstattet meist nur die bis dahin eingezahlten Beiträge plus geringe Verzinsung. Bei Unfalltod entfällt diese Einschränkung in der Regel von Beginn an.
Anbieter mit Tarifen ohne Gesundheitsprüfung 2026
- Monuta: Annahmegarantie bis Alter 85, Wartezeit 36 Monate.
- DELA Lebensversicherungen: Tarif ohne Prüfung bis 85, Wartezeit 24–36 Monate.
- IDEAL Versicherung: Schlanke Annahmegarantie bis 80, Wartezeit 24 Monate.
- Württembergische: Vereinfachte Variante mit 3 Gesundheitsfragen.
- Nürnberger: Vereinfachte Annahme bis 75, Wartezeit 12 Monate.
Worauf Sie beim Vergleich achten sollten
- Genaue Länge der Wartezeit und was im Todesfall während dieser Zeit konkret ausgezahlt wird.
- Ob und wie Unfalltod von der Wartezeit-Regelung ausgenommen ist.
- Wie sich der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung auf die Beitragshöhe auswirkt (typisch 30–50 % Aufschlag).
- Ob es spätere Beitragsanpassungen geben kann.
- Beitragsfreistellung im Tarif möglich?
- Maximale Versicherungssumme ohne Prüfung (meist 5.000–10.000 €).
- Bezugsrecht eindeutig benennen (Vertrauensperson oder Bestatter).
Risikobegrenzte Alternative: Vorsorge mit Treuhandkonto
Wer keine Gesundheitsprüfung bestehen will und gleichzeitig die Vertriebskosten der Versicherung vermeiden möchte, kann statt der Police einen Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto wählen. Es gibt keine Annahmeprüfung, keine Wartezeit, keine Vertriebskosten – nur fließt eben „nur" das eingezahlte Kapital, nicht eine garantierte höhere Summe. Mehr im Bestattungsvorsorge-Ratgeber.
Checkliste vor Abschluss
- Tarif-Variante (volle Prüfung / vereinfacht / Annahmegarantie) bewusst wählen.
- Wartezeit und Unfall-Klausel im Detail prüfen.
- Beitrag × statistische Restlebenserwartung mit Versicherungssumme vergleichen.
- Mindestens 3 Anbieter mit gleichem Tarif-Typ vergleichen.
- Bezugsrecht und Beitragsfreistellung regeln.
- Alternative Bestattungsvorsorge gegengerechnet?
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Versicherungsberatung.