Bestattungsvorsorgevertrag: Was kostet die Vorsorge wirklich?

Die Kosten einer Bestattungsvorsorge richten sich nach der gewünschten Bestattungsart, den Zusatzleistungen und regionalen Friedhofsgebühren. Eine seriöse Kalkulation berücksichtigt alle diese Faktoren – nicht nur den reinen Bestatter-Festpreis – und plant einen Inflationspuffer ein.
Welche Kostenfaktoren spielen eine Rolle?
- Bestattungsart: Feuerbestattung ist in der Regel günstiger als Erdbestattung; bei See- und Baumbestattung entfallen Grabpflege und Grabstein.
- Sarg oder Urne: einfache Ausführung 200–800 €, höherwertige Modelle 800–3.000 €.
- Überführung und Aufbahrung: typisch 300–800 €.
- Trauerfeier: Räumlichkeiten, Blumenschmuck, Trauerredner – 500–2.500 €.
- Friedhofsgebühren: regional sehr unterschiedlich (300–3.500 € je nach Stadt und Grabart).
- Krematorium: 200–600 € je nach Anbieter.
- Verwaltungsgebühren und Behördengänge: 100–300 €.
- Grabstein und Grabpflege: falls nicht entfallend, weitere 1.000–4.000 € einmalig plus laufende Pflegekosten.
Kostenübersicht 2026 nach Bestattungsart
- Anonyme Feuerbestattung: 1.500–3.000 € (sehr schlanke Variante).
- Einfache Feuerbestattung mit Urnengrab: 2.500–4.500 €.
- Feuerbestattung mit Trauerfeier und Wahlgrab: 4.000–6.500 €.
- Klassische Erdbestattung mit Trauerfeier: 5.500–9.000 €.
- Seebestattung (anonym): 1.500–3.500 €.
- Seebestattung mit Begleitfahrt: 2.500–5.000 €.
- Baumbestattung im Bestattungswald: 3.000–5.000 €.
Wie kalkulieren Sie eine realistische Summe?
Holen Sie sich von einem oder mehreren Bestattungsunternehmen ein detailliertes, schriftliches Angebot für Ihre gewünschte Bestattungsart ein. Berücksichtigen Sie dabei auch mögliche Preissteigerungen über die Laufzeit der Vorsorge, da zwischen Vertragsabschluss und tatsächlichem Bedarf oft viele Jahre liegen können. Ein Festpreisvertrag mit dem Bestatter schließt Inflationsrisiken aus.
Festpreisvertrag oder reine Treuhand-Einzahlung?
- Festpreisvertrag: Bestatter garantiert seine Leistungen zum fixen Preis. Vorteil: Inflationsschutz. Nachteil: an einen Bestatter gebunden, Übertragung bei Umzug oft mit Aufpreis.
- Reine Treuhand-Einzahlung: Sie legen einen Geldbetrag zurück, der im Sterbefall an einen beliebigen Bestatter ausgezahlt wird. Vorteil: maximale Flexibilität. Nachteil: kein Inflationsschutz.
Sollten Sie einen Puffer einplanen?
Viele Berater empfehlen, beim zurückgelegten Betrag einen Puffer für allgemeine Preissteigerungen einzuplanen, da Bestattungskosten – wie die meisten Dienstleistungen – über die Jahre tendenziell steigen. Faustregel: 10–15 % bei kurzer Laufzeit, 20–30 % bei längerer Laufzeit. Bei einem Festpreisvertrag entfällt diese Sorge vollständig.
Beispielrechnung: Einfache Feuerbestattung mit Trauerfeier
- Sarg (einfach): 350 €
- Überführung und Aufbahrung: 550 €
- Krematorium: 350 €
- Urne: 150 €
- Trauerfeier (Räume, Blumen, Redner): 1.200 €
- Verwaltung, Sterbeurkunden, Behörden: 250 €
- Friedhofsgebühren (Urnenwahlgrab, 20 Jahre): 1.800 €
- Grabstein und Beschriftung: 1.200 €
- Summe Basis: 5.850 €
- + 15 % Inflationspuffer (5 Jahre): 880 €
- Empfohlene Vorsorgesumme: ca. 6.730 €
Weitere Details und Empfehlungen im Pillar-Artikel zur Bestattungsvorsorge.
Hinweis: Konkrete Kosten erfragen Sie am besten direkt bei Bestattungsunternehmen in Ihrer Region. Quellen: Bundesverband Deutscher Bestatter, Verbraucherzentrale (Stand Juni 2026).